Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

SAfW Wundkompendium

84 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Dokumentation seine Wunde fotografiert wird. Dies ist mit einer kurzen Notiz im Pflegebericht zu vermerken. Möchte man die gemach- ten Bilder außerhalb der Patientenakte einsetzten, z.B. für Schulungen oder Vorträge, ist eine schriftliche Einwil- ligung des Patienten oder der Angehö- rigen nötig, in der die Verwendungs- zwecke klar aufgeführt sind. Der Pa- tient unterzeichnet dieses Dokument mit seiner Unterschrift. Für die Bearbeitung einer Doku- mentation darf ausschließlich Kugel- schreiber verwendet werden, Lösch- flüssigkeiten oder –Tapes sind verboten. Um diese Forderung zu erfüllen, braucht es bei allen Handlungen zwin- gend eine entsprechende Dokumenta- tion, die für alle an der Therapie Be- teiligten Parteien (inkl. Kostenträger) jederzeit nachvollziehbar sein muss. Aus juristischer Sicht sind Maßnahmen, die nicht dokumentiert sind, nicht exis- tent. Sämtliche Unterlagen müssen laut Schweizer Gesetzgebung 10 Jahre auf- bewahrt werden. | Literatur Die Aussagen in diesem Artikel beru- hen weitgehend auf praktischen Erfah- rungen und werden durch folgende Li- teratur untermauert: 1. Körber A, Dissemond J: Aktuelle Mög- lichkeiten der Wunddokumentation. HART- MANN WundForum 2007; 3: 11–16. 2. Krämer U, Schnabel M: Pflegedokumen- tation – leicht gemacht. Verlag Hans Huber 2005. 3. Panfil EM, Schöder G: Pflege von Men- schen mit chronischen Wunden. Verlag Hans Huber 2009: 153–170. 4. Panfil EM, Linde E: Kriterien zur Wund- dokumentation. HessIP 2006. 5. Röhlig HW, Nusser B: Rechtliche und praktische Aspekte der Wundbehandlung und -dokumentation. HARTMANN WundFo- rum 2010; 2:9–19. 6. Röhlig HW: Der transparent dokumentier- te Wundstatus. HARTMANN WundForum. 2002: 2: 5–6. 7. Röhlig HW: Aktualisierte gesetzliche Bestimmungen zur Fotodokumentation. HARTMANN WundForum 2005:1:5–7. 8. SBK Schweiz: Die Pflege dokumentieren - Qualitätskriterien zur Pflegedokumentation und ihrer Anwendung. 2006. 9. Wild T, Auböck J: Manual der Wundhei- lung. Springer Verlag 2007:74–77. vermessen und analysieren können. Kommt aber bei der Erstellung der Bil- der kein standardisiertes Procedere zum Einsatz, sind die Bilder für weiter- führende (allenfalls wissenschaftliche) Untersuchungen ungeeignet. Grundsätzlich werden drei Soft- ware-Kategorien für die Wunddoku- mentation unterschieden: • Software zur Dokumentation von Be- handlungsverläufen, • Software zur farbmetrischen Analyse eines Wundbildes • Software zur dreidimensionalen Er- fassung eine Wunde. | Die juristische Situation Auch in der Schweiz wird es in Zu- kunft wahrscheinlich häufiger zu Re- gressfällen im Bereich der Wundthe- rapie kommen. Dabei gilt: „Was nicht dokumentiert wurde, wurde nicht ge- tan!“ Eine lückenlose Dokumentati- on des Heilungsverlaufs heißt konkret das z. B nicht nur Infektionszeichen in der Dokumentation vermerkt werden müssen, sondern auch die Abwesen- heit ebendieser. Die gesetzlichen Bestimmungen, die sich mit der Patientendokumenta- tion befassen, sind in den deutschspra- chigen Ländern unterschiedlich. Es gibt jedoch einige grundlegende Gesichts- punkte, die überall ihre Gültigkeit ha- ben. Die Dokumentation des Heilungs- verlaufs und der ausgeführten Maß- nahmen ist in allen deutschsprachigen Ländern Pflicht. Umfang, Intervall und Inhalte sind dabei nicht detailliert fest- gelegt. Die fotografische Dokumentation als sinnvolle Ergänzung zur schriftli- chen, unterliegt anderen Gesetzen. Je- der Mensch hat ein „Recht am Bild“, egal ob nur das Gesicht, der ganze Kör- per oder Teile desselben zu sehen sind. Dieses Recht muss er dem behandeln- den Team abtreten, sofern eine foto- grafische Dokumentation des Wund- heilungsverlaufs geplant ist. Wird das Bild lediglich für die an der Therapie Beteiligten benötigt und ausschließlich in der Patientenakte ab- gelegt, genügt eine kurze mündliche Information des Patienten zu Beginn der Behandlung, aus welchem Grund Zudem verändert sich die Farbqualität eines Polaroidbildes relativ schnell, so dass nach Jahren nicht mehr viel vom ursprünglichen Bild sichtbar ist. Folgende Faktoren sollten beim Fotografieren einer Wunde beachtet werden, damit ein gutes, aussagekräf- tiges Bild entsteht: • Immer Fotodokumente eindeutig einem Patienten zuordnen (am bes- ten Patientenidentifikation auf der Fotografie) • Immer ein Lineal mit Datum auf dem Bildausschnitt sichtbar anbringen • Immer mit Blitz fotografieren • Aussagekräftigen Bildausschnitt de- finieren, der Wunde und Wundumge- bung formatfüllend abbildet • Vorhandene Beleuchtung prüfen (Sonneneinstrahlung, andere Licht- quellen, Schattenwurf vermeiden) • Neutralen Hintergrund verwenden • Ab ca. 30 cm (von Modell zu Modell verschieden, Bedienungsanleitung gibt über den genauen Wert Auskunft) Makrofunktion einschalten Um einen Heilungsverlauf wirkungsvoll dokumentieren zu können, sind folgen- de Punkte zu beachten: • Lineal immer an der gleichen Stelle anbringen • Patient immer gleich lagern • Immer den gleichen Kamerawinkel zur Wunde hin verwenden • Immer den gleichen Bildausschnitt wählen • Immer aus derselben Richtung mit demselben Blickwinkel fotografieren Um alle genannten Faktoren umsetzen zu können, ist es unumgänglich, sich vor dem Druck auf den Auslöser das vorgängig gemachte Bild eingehend zu betrachten. Handelt es sich um die ers- te Aufnahme eines Wundheilungsver- laufs, ist es um so wichtiger, die oben- genannten Regeln einzuhalten und ein „Referenzbild“ zu schaffen. Spezielle Softwarelösungen zur Wunddokumentation Bedingt durch die digitale Technik stecken in einem Foto viele Ressour- cen drin, die man auf den ersten Blick gar nicht erkennt (z. B. Faserrückstän- de). So gibt es heute ca. 10 verschie- dene Softwarelösungen, die Wunden

Seitenübersicht