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SAfW Wundkompendium

Wund Management Sonderheft 3/2012 · 81 Wundheilung gielieferant im menschlichen Körper. Ein Mangel an Nahrungsfetten führt zum Proteinabbau. Die Fettsäuren sind Bestandteil der Zellmembranen. Im Rahmen der Wundheilung ist der Mangel an essentiellen Fettsäuren die als Träger für der fettlöslichen Vitami- ne dienen von Bedeutung [3]. In Tabelle 3 sind Referenzwerte für die Eiweßzu- fuhr aufgelistet. Den Mahlzeiten können in ver- steckter Form Fette zugefügt werden wie beispielsweise Butter, Margarine oder pflanzliche Öle (Olivenöl, Raps- öl, ...) sowie geriebene Nüsse. Bei den Fetten spielen besonders die mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Form von Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren eine wichtige Rolle. In der Literatur wird be- schrieben, dass die Wundheilung durch Gabe von Omega 3 Fettsäuren in Form von Fischölen verbessert wird sowie Entzündungsreaktionen reduziert wer- den können. In natürlicher Form wer- den Omega 3 Fettsäuren durch ein bis zwei Seefischmahlzeiten in genügender Menge zugeführt [11]. Mikronährstoffe: Mikronährstoffe sind essentielle Ko- faktoren zur Aufrechterhaltung von Stoffwechselfunktionen, die aber selbst keine Energie liefern. Dies sind in ers- ter Linie Vitamine (Vitamine A, B, C, D, E und K), Mineralstoffe (z. B. Kal- zium oder Magnesium) sowie Spuren- elemente (wie Eisen, Zink, Selen oder Mangan). Obwohl Mikronährstoffe nur in sehr kleinen Mengen benötigt wer- den, gehören sie zu den wesentlichen Nahrungsbestandteilen, denn sie bil- den wichtige Ko-Enzyme im Rahmen der Wundheilung [3, 11]. Vitamine: Vitamine sind Ko-faktoren von vielen Enzymen, welche den Heilungsprozess unterstützen. Sie bilden die Grundlage für wichtige Stoffwechselvorgänge und fördern unter anderem die Kollagen- bildung. Eine starke Wundexsudation kann unter anderem zu einem Vitamin- mangel führen [7]. Es gibt fett- und wasserlösliche Vit- amine. In Tabelle 4 sind die wichtigsten Vitamine aufgelistet. Mineralstoffe und Spurenelemente: Mineralstoffe und Spurenelemente ha- ben eine wichtige Aufgabe im mensch- lichen Körper. Spurenelemente wie bei- spielsweise Zink und Selen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Wundhei- lung [11, 14]. Zu den Mineralstoffen gehören: Ka- lium, Natrium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Chlor und Schwefel. Zu den Spurenelementen gehören Eisen, Kup- fer, Kobalt, Selen, Mangan, Molybdän, Chrom, Zink, Jod, Fluor, Zinn, Silizium, Nickel, Nanadium, Arsen, Lithium und Kadmium [11]. In Tabelle 5 werden die wichtigs- ten Mineralstoffe und Spurenelemen- te vorgestellt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine Malnutrition verhin- dert werden muss, damit der Wund- heilungsprozess nicht gestört wird. Deshalb ist es wichtig, dass der Ernäh- rungszustand des Patienten erhoben wird damit bei einer Malnutrition Maß- nahmen eingeleitet werden, um den Wundheilungsprozess zu unterstützen. | Literaturverzeichnis 1. Danzer, S: Chronische Wunden. Kohlham- mer 2011, Stuttgart, . 2. Enoch S, Grey JE et al: „ABC of wound healing. Non-surgical and drug treat- ments.“ BMJ 2006; 332 (7546): 900–3. 3. Kavalukas S L, Barbul A: „Nutrition and wound healing: an update.“ Plast Reconstr Surg 2011; 127 Suppl 1: 38S–43S. 4. Keller C, Ruhlin M et al: „[Homeparent- eral nutrition or nutrition for life].“ Ther Umsch 2008; 65(12): 736–42. 5. Krischak GD, Augat P et al: „The effects of non-steroidal anti-inflammatory drug application on incisional wound healing in rats.“ J Wound Care 2007; 16 (2): 76–8. 6. Panfil E M, Schröder G: Pflege von Menschen mit chronischen Wunden. Verlag Hans Huber 2009, Bern. 7. Posthauer M E: „The role of nutrition in wound care.“ Adv Skin Wound Care 2012; 25 (2): 62–3. 8. Probst S, Arber A et al: „Malignant fun- gating wounds: a survey of nurses‘ clinical practice in Switzerland.“ European Journal of Oncology Nursing 2009; 13 (4): 295–8. 9. Randelli P, Randelli F et al: „The effects of COX-2 anti-inflammatory drugs on soft tis- sue healing: a review of the literature.“ J Biol Regul Homeost Agents 2010; 24(2): 107–14. 10. Schweizerische_Gesellschaft_für_ Ernährung: (2011). „Schweizerische Lebensmittelpyramide.“ Retrieved 30.05., 2012, from http://sge-ssn.feinheit.ch/ media/medialibrary/pdf/100-ernaehrungs- themen/10-gesundes_essen_trinken/ Lebensmittelpyramide/Hintergrundinfor- mationen%20LMP.pdf. 11. Seiler W O: „Clinical pictures of malnutri- tion in ill elderly subjects.“ Nutrition 2001; 17 (6): 496–8. 12. Sherman A R, Barkley M: „Nutrition and wound healing.“ J Wound Care 20 (8): 357–8, 360, 362–7. 13. Sibbald R G, Goodman L et al: „Special considerations in wound bed preparation 2011: an update(c).“ Adv Skin Wound Care 2011; 24 (9): 415–36; quiz 437–8. 14. Timms L: „Effect of nutrition on wound hea- ling in older people: a case study.“ Br J Nurs 2011; 20 (11): S4–10. 15. White, R: „Wound dressings and other topical treatment modalities in bioburden control.“ J Wound Care 2011; 20 (9): 431–9. 16. White R J, Cutting K et al: „Topical antimicrobials in the control of wound bio- burden.“ Ostomy Wound Manage 2006; 52 (8): 26–58. 17. Woo K Y, Sibbald R G: „Local wound care for malignant and palliative wounds.“ Adv Skin Wound Care 2010; 23(9): 417–28; quiz 429–30. Stoff Eigenschaften Eisen (Fe) Kollagenvernetzung, Sauerstoffversorgung, Sauerstoffmangel mit nachfol- gender Hypoxie im Gewebe fördert die Bildung von freien Radikalen in der Wunde und verzögert die Wundheilung. Zink (Zn) Bildung von Granulationsgewebe, Proteinsynthese, Proliferation von Fib- roblasten, Infektionsschutz, Antioxidation. Zinkmangel ist verantwortlich für das gehäufte Auftreten von Wundinfek- tionen. Die Bildung von Granulationsgewebe ist bei der unzureichenden Zinkzufuhr reduziert, was zu einem schlechten Wundverschluss führt. Zink ist bedeutsam für die Proteinsynthese sowie die Proliferation von Fibro- blasten und Keratinozyten. Über das Wundexsudat kann es zu erhebli- chen Zinkverlusten kommen. Gleichzeitig braucht der Körper aber für die Neubildung von Zellen mehr Zink. Daraus resultiert eine verzögerte Wund- heilung. Kupfer (Cu) Kollagenvernetzung, Kollagenstabilität, Unterstützung der Immunabwehr. Selen (Se) Schutzstoff für neues Gewebe, Infektionsschutz, Antioxidation. Silizium (Si) Zellerneuerung, Infektionsschutz, Stabilität/Elastizität von Bindegewebe Tabelle 5 Referenzwerte für die Proteinzufuhr, Empfehlungen, in g pro kg Körpergewicht pro Tag [10].

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