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SAfW Wundkompendium

80 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Wundheilung Kohlenhydrate: Kohlenhydrate stellen die wichtigste Energiequelle für den Körper dar, denn die Zellproliferation zur Wundheilung ist ein energieintensiver Vorgang. Eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydra- ten stellt sicher, dass das für die Zell- aktivität benötigte Adenosintriposphat (ATP) zur Verfügung steht und verhin- dert somit den Abbau von Proteinen zur Energiegewinnung [3]. Ein Kohlenhydratanteil von 50 % entspricht bei einem Energiebedarf von 2000 kcal 250 g Kohlenhydraten. Davon sollten maximal 50 g in Form von zu- gesetzten Zuckerarten und Süßmitteln zugeführt werden. Der Kohlenhydrat- bedarf kann in natürlicher Form durch Beilagen wie Reis, Nudeln, Kartoffeln undBrotsehrgutgedecktwerden[7,11]. Lipide: Lipide auch Fette genannt sie sind Re- servestoffe, Aufbaustoffe und der Ener- dung mit eiweißhaltigen pflanzlichen Produkten wie Hülsenfrüchte, Produkte aus Vollkorn oder Soja [6]. dukten gedeckt. Wichtige Eiweißquel- len sind Milch und Milchprodukte, ma- geres Fleisch, Fisch oder Ei in Verbin- Kinder Mädchen 0,9 Knaben 0,9 Jugendliche Mädchen 0,8 Knaben 0,9 Erwachsene Frauen 0,9 Männer 0,9 Schwangere (ab 4. Monat) täglich zusätzlich 10 g Eiweiß Stillende Täglich zusätzlich 15 g Eiweiß Tabelle 2 Referenzwerte für die Proteinzufuhr, Empfehlungen, in g pro kg Körpergewicht pro Tag [10]. Kinder Mädchen 30–35 % Knaben 30–35 % Jugendliche Mädchen 30 % Knaben 30 % Erwachsene Frauen 30 % Männer 30 % Schwangere (ab 4. Monat) täglich zusätzlich 10 g Eiweiß Stillende Täglich zusätzlich 15 g Eiweiß Tabelle 3 Referenzwerte für die Fettzufuhr, Empfehlungen, in Prozent der täglichen Energiezu- fuhr [10]. Vitamin Fett- löslich Wasser- löslich Eigenschaften A (Retinol) 3 Vitamin A ist wichtig für die, Synthese von Glykoproteinen, Kollagensynthese und Kolla- genstabilität, Epithelisation, Infektionsschutz, Antioxidation Bei Mangel: verlangsamte Kollagensynthese und verminderte Kollagenstabilität durch mangelnde Kollagenfaservernetzung; verzögerte Epithelisation und gehäufte Infektionen. B6 (Pyridoxin) 3 Vitamin B6 ist wichtig für die Zellteilung, DNS-Bildung, Proteinsynthese, Zellwachstum Bei Mangel: Störung der Proteinsynthese und vermindertes Zellwachstum. B12 (Cobalamin) 3 Vitamin B12 ist wichtig für die, Zellteilung, DNS-Bildung, Als Co-Enzym ist es an allen Wachstumsprozessen beteiligt, die mit einer Zellteilung ein- hergehen. Bei einem Mangel findet eine verminderte Zellteilung statt, teilweise mit einer unvollständigen DNS der neuen Zelle. Je nach Ausmass der DNS-Unvollständigkeit ist die Zelle nicht lebensfähig. C (Ascorbinsäure) 3 Vitamin C ist zuständig für die Kollagenbildung, gute Kapillarentwicklung, Narbenbildung Infektionsschutz, Antioxidation. Bei Mangel: minderwertige Synthese des Kollagens, das von den Fibroblasten lediglich in kleinen Mengen abgegeben wird; bei Mangel an Kollagen: Verzögerung der Wundhei- lung und Narbenbildung. Erhöhung der Wundinfektion. E (Tocopherole) 3 Vitamin E ist wichtig für den Zellschutz durch antioxidative Wirkung, Durchblutungsför- dernd -> Hypoxieschutz im Wundgebiet. Vitamin E hat vorwiegend eine Schutzfunktion für die Zellen. Zusammen mit anderen Antioxidantien wie Vitamin A und E und dem Spurenelement Selen fängt es bei hypoxi- schen Wunden kontinuierlich gebildet werden. Aufgrund der durchblutungsfördernden Wirkung hilft Vitamin E Hypoxien im Wundgebiet zu vermindern beziehungsweise zu ver- meiden. K (Phyllochinon) 3 Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung, Blutstillung, Infektionsschutz. Ein Mangel an Vitamin K führt zu größeren Blutungen in der Wunde und kann die Infekt- anfälligkeit der Wunde erhöhen. Folsäure 3 Folsäure ist wichtig für die Bildung der Nukleinsäuren DNS und RNS, Zellneubildung. Auch eine Wunde hat eine hohe Zellteilungsrate, da der Körper bemüht ist, diese so schnell wie möglich zu schliessen. Ein Folsäuremangel beeinflusst die Zellteilungsrate ne- gativ. Es kommt zu einem verzögerten beziehungsweise keinem Wundverschluss, da sich nur unzureichend oder gar keine neuen Zellen bilden können. Tabelle 4 Vitamine und ihre Eigenschaften [1].

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