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SAfW Wundkompendium

6 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Definition von Wunden |Wundheilung Die Wundheilung selbst ist ein kom- plexer Prozess, in welchen Blut- und Parenchymzellen, lösliche Mediatoren (Zytokine und Wachstumsfaktoren) so- wie die extrazelluläre Matrix involviert sind. Für ihre Heilung durchläuft eine Wunde mehrere Stadien [10, 13, 18]: Substanzdefekt Bei einem plötzlich aufgetretenen Subs- tanzdefekt kommt es durch die Verlet- zung von Blutgefäßen zur Extravasation von Blutbestandteilen. Der Organismus reagiert mit Vasokonstriktion und Hä- mostase. Dies führt zu Thrombozyten- adhäsion und -aggregation und zur Bil- dung eines Plättchenpfropfs sowie zur zu Ulzerationen an Haut und Schleim- häuten führen. Von einer primären Wundheilung bzw. einer Wundheilung per primam intentionem (p.p.) spricht man, wenn die Wundränder direkt miteinander ver- wachsen. Dies ist bei Schnittwunden möglich (also glattrandigen Wunden ohne Substanzdefekt) oder bei chirur- gisch adaptierten und vernähten Wun- den. Zu einer sekundären Wundheilung oder Heilung per secundam intentio- nem (p. s.) kommt es, wenn ein Ge- websdefekt vorliegt, den der Organis- mus durch neu zu bildendes Gewebe (Narbe) schließen muss. • Chemische Einwirkung: - Chemische Einwirkung führt zu Verätzungen (bei Säuren Koagula- tiosnekrosen, bei Laugen zu Kolli- quationsnekrosen). • Auswirkung von Strahlung: - Durch ionisierende Strahlen wie Röntgenstrahlen oder durch radio- aktive Isotope kommen aktinische oder Strahlenwunden zustande. Die Liste von Krankheiten, die zu Wun- den an Haut und Schleimhäuten füh- ren, ist lang (Tab. 4): Bedeutsam sind vor allem Gefäßerkrankungen. Aber auch hämatologische, myeloprolifera- tive, neurologische und metabolische Erkrankungen sowie Malignome und chronische Infektionen können zu Wun- den führen. Auch Medikamente können Abbildung 7 Plättchenpfropf, Fibringerinnsel, und frühe Inflammationsphase.

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