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SAfW Wundkompendium

76 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Schmerz der Behandlung darf nicht „die Wunde“ sondern muss „der Patient“ sein. | Literatur 1. Alon E, Dudler J, Keel P, Maritz-Mosi- mann M, Maurer K, Sturzenegger M: Erfolgreiches Management von Schmerzpa- tienten, Medical Tribune, 2008, Abgerufen unter http://www.pain.ch/medizin/sgss- empfehlungen/erfolgreiches-management- von-schmerzpatienten. 2. Arzneimittelkompendium der Schweiz: EMLA Fachinformation, www.kompendium. ch. Abgerufen 20.1.2012. 3. AWMF Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum, 2010. www. awmf.org/leitlinien/detail/ll/037-009.html. 4. Briggs M, Nelson EA: Topical agents or dressings for pain in venous leg ulcers, Cochrane Database of Systematic Review, Issue 4, 2010. 5. DNQP (Hrsg.): Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwick- lung in der Pflege, Osnabrück, 2009. 6. Farley P: Should topical opioid analgesics be regarded as effective and safe when applied to chronic cutaneous lesions?, Jour- nal of Pharmacy and Pharmacology, 2011, 63, 747–756. 7. Gottrup F, Jørgensen B, Karlsmark T et al: Less pain with Biatain - Ibu: initial findings from a randomised, controlled, double-blind clinical investigation on pain- ful venous leg ulcers International Wound Journal, 2007, Vol. 4 (suppl. 1) 24–34. 8. Grünert-Plüss N, Grünert J: Spiegel- therapie – Das St. Galler Protokoll, Praxis Ergotherapie; 2008, 21, 2, 79–83. 9. Hesselmann M A: Nachuntersuchung von Patienten mit Lokalanästhetika-Unver- träglichkeit, Dissertation, Zahnheilkunde Medizinischen Fakultät Ludwig-Maximi- lian-Universität München, 2006, http:// edoc.ub.uni-muenchen.de/6225/1/Hessel- mann_Michael_Andreas.pdf, Abrufdatum 1.5. 2012. 10. Huptas L, Rompoti N, Herbig S et al: Schmerzreduktion bei Patienten mich chronischem Ulcus cruris durch ein neu ent- wickeltes Morphingel, Hautarzt, 2011, 62, 280–286. 11. Husband L: Venous ulceration: the pattern of pain and the paradox, Clinical Effective- ness in Nursing, 5, 35-40, 2001. 12. Jacobsen J: Topical opioids for pain 185. J Palliat Med 2009; 12: 380–381. 13. Johnson M: Physiology of Pain, In White R, Harding K (Hrsg): Trauma and Pain in wound care, Vol II, HealthComm UK, Aber- deen, 2009. 14. Jørgensen B, Friis G, Gottrup F: Pain and quality of life for patients with venous leg ulcers: Proof of concept of the efficacy of Biatain - Ibu, a new pain reducing wound dressing, Wound repair and regeneration, 2006. Vol. 14, 3, 333–339. 15. Kane FM, Brodie EE, Coull A, Coyne L, Howd A, Milne A, Niven CC, Robbins R: The analgesic effect of odour and music in dressing change, British Journal of Nursing, 2004, 10, 19, S4–12. schrieben wird. Die Autoren beschrei- ben damit eine 4-wöchige Haltbarkeit der Rezeptur. Sie empfehlen, nebst der kausalen und systemischen Thera- pie, das Morphingel 2mm dick auf die Wunde aufzutragen und mit einer Va- seline-getränkten Gitternetzgaze plus Sekundärverband abzudecken und alle 24 Stunden zu erneuern. Neben den systemischen und loka- len schmerztherapeutischen Ansätzen bestehen sogenannt interventionelle Möglichkeiten wie Schmerzblockade- verfahren, therapeutische Lokal- und Leitungsanalgesie oder Sympatikus- blockaden. Selbstmanagement/ Patienten zum Mitwirken befähigen Um die Schmerztherapie zu optimie- ren ist der Einbezug des Patienten und seiner Angehörigen essentiell. Für Pa- tienten ist es oftmals nicht einfach, kon- kret über ihre Schmerzen zu sprechen. Bereits die Objektivierung der Intensi- tät kann Schwierigkeiten bereiten. Es bestehen zudem Missverständnisse in Bezug auf Wundschmerzen und de- ren Therapie. Vor allem ältere Patien- ten gehen davon aus (oder haben die Erfahrung gemacht), dass Schmerzen als zum Älter werden gehörend und als nicht therapierbar eingestuft werden. Die Angst abhängig zu werden oder als schwieriger Patient eingestuft zu werden ist weitverbreitet. Eine Schwie- rigkeit ist zudem die Auffassung von manchen Patienten, dass Schmerzen unausgesprochen von den medizini- schen Fachpersonen erkannt werden müssten. Es ist deshalb wichtig, nicht nur „Schmerzen“ zu erfassen, sondern auch mit Patienten und ihren Angehöri- gen ihre Gedanken, Einstellungen, Er- fahrungen, Wahrnehmungen und Ziele in Bezug auf Schmerzen zu besprechen und den Therapieplan sowie realisti- sche Ziele, soweit als möglich gemein- sam festzulegen. Schmerzerfassung, -diagnose und die -behandlung erfor- dern entsprechend eine enge Zusam- menarbeit der medizinischen Fachper- sonen mit den Betroffenen. Das bedeu- tet, dass Patienten die Behandlungsan- sätze verstehen müssen und diese für sie auch durchführbar sind. Der Fokus bensqualität [7,14]. Eine Cochrane Ana- lyse definiert die Datenlange als zu we- nig aussagekräftig, um die Wirksamkeit als belegt einzustufen [4]. Nebenwir- kungen oder negative Einflüsse auf die Wundheilung wurden nicht beschrie- ben [7,14]. Aber es wird die Gefahr der Kontaktsensibilisierung als ein in den nächsten Jahren zu beobachtendes kri- tisches Element der Wundauflage ge- nannt [10]. Morphingel: Bisher wird Morphin selten to- pisch angewendet. Obwohl die ak- tuelle Datenlage klein ist, gibt es für die Anwendung einige Leitlinien, die dies bei schmerzhaften Hautwunden empfehlen [12, 18, 33]. In einem Lite- ratur-Review, mit kleineren Studien, der rund 100 Patienten umfasst, wird von einem positiven Effekt von topisch verabreichten Opioiden berichtet [6]. Die untersuchten Opioide beinhalte- ten Applikationen mit Morphin, Dia- morphin, Pethidin, Oxycodone, Met- hadone und Loperamide. Obwohl die Datenlage noch nicht definitiv ist, wird angenommen, dass topische Opioide einen analgetischen Effekt vor allem bei chronischen Wundsituationen, in der entzündlichen Phase haben. Aller- dings sollten die Wunden keine exzes- sive Exsudation oder Fibrinschicht auf- weisen, da sich dadurch die Wirkung verschlechtert. Die Dosierung wird unterschiedlich beschrieben. Oft wird die Verwendung von 10mg Morphin in 8–10gr Hydrogel angegeben. Farley, 2011 beschreibt einen analgetischen Effekt von bis zu 50 % VAS Score. Sig- nifikante Schmerzreduktionen werden bei Applikation nach zirka einer Stun- de und während 24 Stunden beschrie- ben. Bei der topischen Anwendung von Opiaten wurden dabei keine relevanten systemisch messbaren Spiegel gefun- den. Ebenso sind derzeit keine negati- ven Effekte von Opiaten auf die Wund- heilung erwiesen. Allerdings kann die Trägersubstanz in Bezug auf Sensibi- lisierungen einen negativen Effekt ha- ben. Huptas et al. (2011) entwickelten ein Morphingel auf Basis der NRF-Ma- gistralrezeptur (Morphin-HCL 0,1 %) mit dem Konservierungsstoff Polihe- xanid 0,2 %, da für Propylenglykol (Inhaltstoff bei diversen Hydrogelen) bei rund 8 % eine Sensibilisierung be-

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