Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

SAfW Wundkompendium

Wund Management Sonderheft 3/2012 · 73 Schmerz Entzündliche Prozesse sind ein nicht zu unterschätzender Schmerzauslöser, re- spektive -verstärker. Die Ursachen für Entzündungen sind dabei vielfältig und reichen von Stauungs-Dermatiden bis zu Autoimmunprozessen. Infektionen können durch Entzündungsmediato- ren, aber auch durch die Schwellung Schmerzen auslösen. Infektionen wer- den systemisch mit Antibiotika und to- pisch mit Antiseptika behandelt. Infekt- herde sollten, wann immer möglich, mit einem (scharfen) Débridement saniert werden. Lokal mögliche Auslöser von Schmerzen wie Austrocknung des Wundbettes, aber auch Mazeration soll- ten durch Ansätze der adäquat gewähl- ten Wundauflagen positiv unterstützt werden (Zusammenf. Abb. 1). Nicht pharmakologische Interventionen Obwohl die Wirksamkeit der nichtme- dikamentösen Verfahren der Schmerz- nen je nach Situation endovaskuläre oder gefäßchirurgische Eingriffe, me- dikamentöse (Iloprost) aber auch phy- sikalische (Tieflagerung, Gehtraining) Therapieansätze oder eine Kombinatio- nen davon sein. Patienten mit Ödemen erfahren durch eine korrekte Entstauungs -The- rapie eine Schmerzlinderung. Komple- xe manuelle Lymphtherapie und/oder intermittierende pneumatische Kom- pression zur Reduktion von Ödemen minimiert die Gewebespannung und lindert dadurch Schmerzen [3]. Phy- siotherapeutische Maßnahmen, die die Beweglichkeit des oberen Sprung- gelenks verbessern und somit die am- bulatorische Hypertonie reduzieren, werden bei Patienten mit einer chro- nisch venösen Insuffizienz empfohlen [3]. Allerdings wurde ein unmittelbarer Einfluss auf die Schmerzen bisher nicht nachgewiesen. Patienten mit Druckgeschwüren be- nötigen eine entsprechende Druckent- lastung. gen ist wichtig. Für Patienten, die sich verbal nicht ausdrücken können, ist die ECPA-Skala (Echelle comportementale de la douleur pour personnes âgées non communicantes), auf Deutsch übersetzt [17], ein hilfreiches validiertes Erfas- sungsinstrument. Bei fremdsprachi- gen Patienten sollte wo möglich, aber mindestens für das Assessment, ein professioneller Dolmetscher zur Ver- fügung stehen. Um während der lokalen Wundthe- rapie Schmerzen wahrzunehmen sind Blick und Körperkontakt wichtige Ele- mente, da die psychomotorischen Re- aktionen (Mimik und Muskelzucken) rascher sind, als die verbalen Äußerun- gen des Patienten. Therapie der Ursache Wundbedingte Schmerzen können durch die Therapie der Ursache ge- lindert werden. Patienten mit ischämi- schen Schmerzen benötigen durchblu- tungsfördernde Maßnahmen. Dies kön- Abbildung 1 Strategien zur Schmerzbehandlung, angelehnt an Wound Pain Management Model, International Wound Journal Volume 4, Is- sue Supplement s1, pages 4–15, March 2007 Patricia Price et al.

Seitenübersicht