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SAfW Wundkompendium - 4 Definitionen von Wunden: Akute und chronische Wunden

4 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Definition von Wunden Definitionen von Wunden: Akute und chronische Wunden M. Streit, D. Mayer, J. Traber | Definitionen und Arten von Wunden Unter Einbezug der Definitionen in Ta- belle 1 definieren wir eine Wunde (engl. „wound“, lat. „vulnus“, griech. „trau- ma“) als äußeren oder inneren Subs- tanzdefekt eines Gewebes mit Verlust des Gewebezusammenhangs [12, 16, 17, 19, 22]. • Äußere Wunden werden an Haut und einsehbaren Schleimhäuten beobach- tet, innere Wunden treten an viszera- len Organen auf. • Wunden an Haut und Schleimhäuten zeigen sich meist als offene Wunden. Als geschlossene Wunde wird eine Gewebeschädigung unter intakter Haut bezeichnet, beispielsweise ein Hämatom oder eine Gewebschädi- gung infolge Kontusion. • Die Erosion umschreibt einen Subs- tanzdefekt, der nur auf die Epidermis beschränkt ist. Erosionen entstehen unter anderem nach Aufplatzen von intraepidermalen Bläschen und Bla- sen oder durch Ablösung der maze- rierten Epidermis in intertriginösen Bereichen. Erosionen heilen durch bloße Reepithelialisierung stets nar- benlos ab ([22], Abb. 1, 2). • Exkoriationen sind Gewebedefekte, die bis an die dermalen Papillen rei- chen. Dadurch werden einzelne Ka- pillaren eröffnet, und es entstehen punktförmige Blutaustritte. Exkoria- tionen imponieren als flächenhafte Schürfwunden oder strichförmige Kratzeffekte ([22], Abb. 1, 3). • Von einem Ulkus spricht man, wenn ein Substanzverlust in der Haut min- destens bis in die Dermis oder auch tiefer reicht. Der Defekt reicht damit über das Epithel hinaus bis in gefäß- tragende Gewebeschichten. Infolge irreversibler Schädigung der Basal- membranzone heilt ein Ulkus stets unter Hinterlassung einer Narbe ab (Abb. 1, 4). • Rhagaden stellen Hauteinrisse durch Dehnung verdickter und meist hyper- keratotischer Hautareale dar, vor al- lem im Bereich der Hände und Füße, aber auch an den Mundwinkeln [2] (Abb. 1, 5). • Fissuren nennt man radiäre, tiefe und schmerzhafte Einrisse. Sie kom- men vor allem im unverhornten Haut- Schleimhaut-Bereich vor, zum Bei- spiel um den Anus [22]. • Narben stellen ein Ersatzgewebe dar, welche nach einem Substanzverlust entsteht, der mindestens in die Der- mis reicht. Die Farbe frischer Narben ist rötlich bis blaurot, jene älterer Nar- ben weißlich [22] (Abb. 6). Wunden können durch äußere Einwir- kung verursacht sein oder als Folge einer Krankheit auftreten: • Wunden, die durch äußere Einwirkun- gen entstehen [16], können verschie- dene Ursachen haben: • Mechanische Verursachung: - Scharfe Gewalt ist ursächlich bei Schnitt- und Stichwunden. - Stumpfe Gewalt führt zu Schür- fungen (Exkoriationen), Riss-, Quetsch-, Platzwunden oder Ablederungen (Decollement). - Durch stumpfe Gewalt verursacht ist auch ein Dekubitus als Folge eines andauernden Drucks an Auf- lagepunkten. - Sowohl scharfe als auch stumpfe Gewalt kann bei Schusswunden, Pfählung und bei Hieb- und Biss- wunden bedeutsam sein. • Thermische Einwirkung: - Thermisch bedingt sind Verbren- nungen, Verbrühungen oder Er- frierungen. Dr. med. Markus Streit Dermatologische Abteilung Kantonsspital Aarau, Teilstraße CH-5001 Aarau E-Mail: markus.streit@ksa.ch Definition Quelle „A wound is a break in epithelial/connecti- ve tissues” Téot L, European Wound Institute 2006 [19]. “A wound is a disruption of normal ana- tomic structure and function. Wounds re- sult from pathologic processes beginning internally or externly to the involved or- gan(s).” Lazarus GS, Arch Dermatol 1994/Wound Repair Regen 1994 [12]. „Wunde: Jede Unterbrechung des Ge- webszusammenhangs (ohne oder mit Substanzverlust) an der Körperober- oder einer -innenfläche mit Eröffnung von Lymphspalten und Blutgefäßen.“ Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, Urban & Fischer 2003 [17]. „Wunde: Unterbrechung des Zusammen- hangs von Körpergeweben mit oder ohne Substanzverlust.“ Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch, 261. Auflage, Walter de Gruyter 2007 [16]. „Wunde: Substanzdefekte, die durch Trau- men (Verletzung, Operation) in primär un- geschädigter Haut entstehen.“ Wolff HH in Braun-Falco O, Dermatolo- gie und Venerologie 5. Auflage, Springer 2006 [22]. Tabelle 1 Definitionen von Wunden.

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