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SAfW Wundkompendium

38 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Wundreinigung verband an. Das enzymatische Débri- dement ist langwieriger und deutlich weniger wirksam als mechanisches Dé- bridement Autolytisches Débridement Das Débridement findet ohne Zuga- be lytischer Substanzen statt. Durch adäquates Feuchthalten einer Wunde, z. B.mit einem Hydrogel, wird ein opti- males Wundmilieu für alle biologischen Prozesse gebildet (Homöostase). Dies führt unter anderem auch zu einer Ver- besserung der Phagozytose der weißen Blutkörperchen und damit zur Wund- reinigung [20]. Diese Form von Débridement ist bei großen Nekrosen wenig effizient und braucht viel Geduld. | Literatur 1. Fernandez R, Griffiths R: Water for wound cleansing. Cochrane Database Syst Rev, 2008(1): p. CD003861. 2. Lawrence JC: Wound irrigation. J Wound Care, 1997. 6(1): p. 23–6. 3. Kammerlander G et al: Role of the wet- to-dry phase of cleansing in preparing the chronic wound bed for dressing application. J Wound Care, 2005. 14(8): p. 349–52. 4. Moore Z, Cowman S: A systematic review of wound cleansing for pressure ulcers. J Clin Nurs, 2008. 17 (15): 1963–72. 5. Kaehn, K: In-vitro efficiency of wound rin- sing solutions - a comparision of salt solu- tions and a surfactant containing wound rinsing solution. ZfW Journal of Woundhea- ling, 2007. 1: p. 6. 6. Kramer A, Daeschlein G, Kammer- lander G, Andriessen A, Aspöck C, Bergemann R, Eberlein T, Gerngross H, Görtz H, Heeg P, Jünger M, Koch S, König B, Laun R, Peter RU, Roth B, Ruef Ch, Sellmer W, Wewalka G, Eisen- beiss W: Konsensempfehlung zur Auswahl von Wirkstoffen für die Wundantiseptik. ZfW Journal of Woundhealing, 2004. 3: p. 11. 7. Kramer A: What is meant by clinical anti- sepsis. Krankenpfl J, 1993. 31(9): p. 360–6. 8. Gershenfeld L: Povidone-iodine as a sporicide. Am J Pharm Sci Support Public Health, 1962. 134: p. 78–81. 9. Konig B, Konig W, Reimer W: Iodine--the place of an old disinfectant in the modern infectious disease specialty. Dtsch Med Wochenschr, 1997. 122(5): p. 141. 10. Seipp HM, Hofmann S, Hack A, Skowa- ronsky A, Hauri A: Efficacy of Various Wound Irrigation Solutions Against Bio- films. ZfW Journal of Woundhealing, 2005. 4: p. 5. den entweder als „Freiläufer“ einge- setzt, das heißt, sie befinden sich frei beweglich in der Wunde, oder in ei- nem Beutel aus Polyvinylschaumstoff oder Gaze, der auf die Wunde aufge- legt wird. „Freiläufer“ sind effektiver als „Biobags“. Diese Art des Débridements ist vor allem beim infizierten diabetischen Fuß sowie bei polymorbiden Patienten, die man nicht mehrfach operieren möch- te (hohes Operationsrisiko) indiziert, kann jedoch bei allen Wundarten an- gewandt werden. Nicht-Diabetiker spü- ren manchmal Schmerzen, sodass eine andere Art des Débridements gewählt werden muss. Das biologische Débride- ment ist sehr wirksam und effizient [18]. Enzymatisches Débridement Durch das enzymatische Débridement werden Makromoleküle in kleinere Be- standteile zerlegt, so dass sie besser ab- gebaut werden können. Dies wird durch Kollagenasen, (Clostridiopeptidase A etc.)und andere Enzyme bewerkstel- ligt. Substanzen für enzymatisches Dé- bridement müssen ein bis zwei mal täg- lich appliziert werden und sind nur bei feuchten Wunden wirksam [19]. Eini- ge Autoren wenden Kollagenaseprä- parate 24–48h unter einem Okklusiv- Regel angenehm für den Patienten, je- doch wenig effektiv bei ausgedehnten Belägen und Nekrosen. Im Anschluss an die Nass-Trockenphase können Be- läge auch mit einem feuchten Tupfer abgewischt werden. Chirurgisches Débridement Diese Form des Débridements wird un- ter Narkose durchgeführt. Durch sub- tiles Führen von chirurgischem Inst- rumentarium wird abgestorbenes Ge- webe effizient und radikal entfernt. Die chirurgische Wundabtragung ist die effektivste und schnellste Art des Dé- bridements. Der Aufwand ist jedoch groß und es kann zu Verletzungen des gesunden Gewebes führen mit poten- zieller Gefahr der Verschlechterung. Biologisches Débridement Beim biologischen Débridement (auch Biochirurgie genannt) werden Larven der Fliege Lucilia sericata dazu einge- setzt, nekrotisches Gewebe abzutragen („Madentherapie“). Die Verdauungsse- krete von Fliegenlarven lösen Beläge auf, die Maden ernähren sich selektiv von abgestorbenem Gewebe. Intaktes Gewebe wird geschont. Die Larven von Lucilia sericata wer- Wirkstoff Nachteile 8-Cinoliol (o) Unzureichend wirksam, mutagen, neurotoxisch, allergisierend, tierexperimentell carcinogen Chloramin (e) Unzureichend wirksam, Wirkungsverlust durch Blut, allergisierend, zytotoxisch Chlorhexidin (e) Wirkungslücken, zytotoxisch, mutagen, reversible, prämaligne Veränderungen der Mundhöhle/Ratte, schwere anaphylaktische Reaktionen möglich, neurotoxisch, Bildung von p-Chloranilin, p-Chlornitrobenzen u.a. Carcinogenen Ethacridinalactat (o) Allergisierend, verzögert die Wundheilung, mutagen, toxisch, unzureichend wirksam, Resistenzentwicklung Farbstoffe (o) Unzureichend wirksam, Sensibilisierungen, systemische Risiken H2 O2 (e) Unzureichend wirksam, Wirkungsverlust durch Blut, zytotoxisch Nitrofural (o) Unzureichend wirksam, mutagen, allergisierend, Induktion benigner Tumoren, Resorption, Resorptionsentwicklung Organische Queck- silberverbindun- gen (o) Unwirksam, systemische Nebenwirkungen, Sensibilisierungen, umwelttoxisch Quats (e) Unzureichend wirksam, zytotoxisch, resorptive Risiken, Resistenzentwicklung Tabelle 2 Obsolete oder entbehrliche Wirkstoffe zur Wundantiseptik.

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