Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

SAfW Wundkompendium

Wund Management Sonderheft 3/2012 · 35 Dekubitus 2 | Literatur 1. Beeckman D, Schoonhoven L et al.: EPUAP classification system for pressure ulcers: European reliability study. J Adv Nurs 60(6) 2007: 682–91. 2. Beeckman D, SchoonhovenL et al.: Pressure ulcers and incontinence-asso- ciated dermatitis: effectiveness of the Pressure Ulcer Classification education tool on classification by nurses. Qual Saf Health Care 19(5) 2010: e3. 3. DNQP (Hrsg.): Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwick- lung in der Pflege Osnabrück 2009. 4. EPUAP /NPUAP, European Pressure Ulcer Advisory Panel and National Pressure Ulcer Advisory Panel: Treat- ment of pressure ulcers, quick reference guide. Washington DC, National Pressure Ulcer Advisory Panel; 2009 http://www. epuap.org/guidelines/ Abrufdatum 3.1.2012. 5. EWMA, European Wound Management Association: Woundbedpreparation in practice, Position Document; 2004 http:// ewma.org/english/position-documents/ Abrufdatum 3.1.2012. 6. McInnes E, Dumville JC, Jammali-Blasi A, Bell-Syer SEM: Support surfaces for treating pressure ulcers (Review), The Cochrane Library 2011, Issue 12. 7. Panfil EM, Linde E: Kriterien zur Wunddo- kumentation, Literaturanalyse, Hessisches Institut für Pflegeforschung, Frankfurt am Main, 2006. Wissensstand dar und die Empfehlun- gen sind in der Praxis als nützlich und umsetzbar anzusehen. Als besonders beachtenswert und praxisrelevant soll an dieser Stelle die Tatsache hervor ge- hoben werden, dass bei allen Empfeh- lungen nicht die Maxime der Machbar- keit im Vordergrund steht, sondern der betroffenen Mensch in seinem sozialen Umfeld als wichtigstes Entscheidungs- kriterium zu sehen ist. Die Implemen- tierung dieser Leitlinien stellt sowohl hohe Anforderungen an das Qualitäts- management der Betriebe als auch an die Fähigkeiten jeder Fachperson die sich im heutigen Berufsalltag ständig mit Veränderungen und raschem Wis- sensverfall konfrontiert sieht. In der Verantwortung der Wissensvermeh- rung sollten deshalb im Besonderen spezialisierte Fachpersonen stehen. Es gilt die aktuellen Erkenntnisse in ihr Fachgebiet einfliessen zu lassen und in der Praxis vorzuleben. bitus zu erstellen. Dieses Wissen muss durch gezielte Schulungsprogramme und Fortbildungen gefördert werden. Die Verordnung der Lokaltherapie ist eine ärztliche Verantwortung. Es ist jedoch zweifelsfrei wichtig, dabei die pflegerische Expertise und die Präfe- renzen des Patienten mit seinem Um- feld zu berücksichtigen. | Schlussfolgerung Die Dekubitustherapie stellt eine äußerst komplexe Herausforderung für die involvierten Berufsgruppen im Gesundheitswesen dar. Die sogenann- te „Kurzanleitung“ der EPUAP / NPU- AP zeigt dies eindrücklich auf. Auf über 30 Seiten finden sich 340 Empfehlun- gen zu 14 verschiedenen Themen. Der überwiegende Teil dieser Empfehlun- gen hat nur Evidenzstärke C (Experten- meinung). Es handelt sich aber immer- hin um einen internationalen Exper- tenkonsens. Dieser stellt den aktuellen Abbildung 6 a: Über dem Steissbereich bildet sich eine tiefe Nekro- se aus. In der Umgebung dieser Wunde erholt sich die oberflächlich geschädigte Haut und beginnt zu epithe- lisieren. Dieser gerötete, leicht nässende Bereich wird in solchen Fällen häufig mit Barriere Schutzfilm behan- delt. Dies ist völlig unnötig, da dieses Produkt für in- takte Haut konzipiert ist und auf nässenden Stellen kei- nen Schutzfilm ausbilden kann. Die umgebende Haut in diesem Beispiel kann als unproblematisch einge- stuft werden. Die Wundexsudation ist eher gering. Da- her reicht ein nicht verklebender Wundverband in die- ser Situation aus. Abbildung 7 In der Wundumgebung ist eine deutliche Mazeration auszumachen. Die zu nasse Wundsituation führt bereits zu neuen Hautläsionen. Die Lö- sung dieser Problematik liegt nicht im Auftragen eines Barriere Films, sondern im angepassten Exsudatmanagement des Wundverbandes. Das heißt: Der Verband muss in dieser Situation mehr aufsaugen kön- nen oder häufiger gewechselt werden. Zusätzlich braucht die Wundum- gebung eine rückfettende Hautpflege. Eine Barriere Creme kann hier eine Doppelfunktion übernehmen (Schutz und Rückfettung). Wichtig: Barriere Film- Produkte (z.B. Swabs mit Polyurethan Film) sind für in- takte Haut indiziert. Wenn eine Mazeration auftritt muss diese vor der Applikation (mechanisch) gereinigt und mittels Trockenphase zum Ab- trocknen gebracht werden.

Seitenübersicht