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SAfW Wundkompendium

Wund Management Sonderheft 3/2012 · 33 Dekubitus 2 – 2 Wochen Demarkierung der Nek- rose und beginnende Exsudation und Übelgeruch der feuchten Nekrose- anteile am Wundrand. Nun muss ein chirurgisches Débridement erfolgen. Besonderheiten zu Wundauflagen beim Dekubitus Bei der Dekubitusbehandlung sind die verschiedenen Wundauflagen ein re- levanter Punkt für das Therapiekon- zept. Neben den Anforderungen an eine phasenadaptierte Wundtherapie, sind häufig äußerst problematische Hautverhältnisse in der Wundumge- bung anzutreffen. Da Dekubitalulcera zu einem großen Anteil im Bereich des Gesäßes und der Hüften auftreten, steht die Frage nach dem Schutz der Wunde vor Ausscheidungen häufig im Fokus. Diese Tatsache hat auch starke Aus- Beispiele zum Thema Wundreinigung und Débridement Fersendekubitus Kategorie 2 nach EPU- AP (uneinstufbar nach NPUAP): • Eitrig – trüb gefüllte Hautblase und sich ausbreitende Rötung weisen auf einen beginnenden Infekt hin (Abb. 2 a) • Wundreinigung: Sofortiges Abtragen der Hautblase und mechanische Rei- nigung des schmierig belegten Wund- grundes. Anschließende Desinfektion mit einem Wundantiseptikum • Verlauf: Nach 7 Tagen mit optimaler Druckentlastung und absorbierenden Wundverbänden. Die Wunde ist in- fektfrei und trocken. Eine Desinfek- tion ist nicht mehr nötig (Abb. 2 b). Abheilung ohne Tiefenschaden • Ein neues Beispiel zur Dekubitus Ka- tegorie „Uneinstufbar“ zeigt Abbil- dung 3 – ca. 3 Wochen nach Druck- schädigung über dem Trochanter links. Der vermeintliche „Fibrinbe- lag“ mit grauen Rändern ist als Haut- nekrose einzustufen (somit mindes- tens Kategorie 3). Erkennbar ist die nekrotische Dermis an der derben, ledrigen Oberfläche, welche fest mit dem darunter liegenden Gewebe ver- bunden ist (Abb. 3a) • Wundreinigung: Umgebung und Hautnekrose können mit neutraler Reinigungslösung gesäubert werden. Schmierige Beläge sind abzulösen. Protektion vor Infekt durch sterilen Wundverband • Verlauf unter optimaler Druckentlas- tung: Ausbildung einer trockenen Ne- krose nach 8 Tagen. Nach weiteren 1 wirkungen auf die Intervalle der Ver- bandwechsel. Die Wirkung und Wirt- schaftlichkeit der meisten modernen Verbandmaterialien sieht je nach Hei- lungsphase eine Tragedauer des Wund- verbandes von mehreren Tagen bis zu einer Woche vor. Bei Inkontinenz wird diese gewünschte Tragezeit in der Re- gel deutlich verkürzt. Nicht zuletzt ha- ben die individuellen Ziele der betrof- fenen Person und die Möglichkeiten der Pflegenden in ihrem jeweiligen Umfeld einen starken Einfluss auf die Auswahl der Lokaltherapie. Aus diesen Gründen können bei der Lokaltherapie von De- kubitus häufig keine Standardempfeh- lungen eingehalten werden, sondern es müssen individuell angepasste Lösun- gen mit Unterstützung von Spezialis- ten erstellt werden. Eine der zentralen Empfehlungen zu dieser Thematik ist daher die Erstellung eines Pflegeplans, der von allen Beteiligten akzeptiert und Abbildung 2 Fersendekubitus der Kategorie 2. a: Die eitrig trüb gefüllte Hautblase und die sich ausbreitende Rötung weisen auf einen Infekt hin. b: Der Fersendekubitus nach 7 Ta- gen mit optimaler Druckentlastung und adsorbierenden Wundverbänden. Die Wun- de ist infektfrei und trocken. Abbildung 3 Ein Dekubitus der Kategorie "uneinstufbar", ca. 3 Wochen nach Druckschädigung über dem Trochanter (a). b: Ausbildung einer trockenen Nekrose nach 8 Tagen. c: Nach weiteren 1–2 Wochen beginnt die Demarkierung der Nekrose mit Exsudation und Übel- geruch. a b c a b

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