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SAfW Wundkompendium

32 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Dekubitus 2 mitäten muss eine gründliche vasku- läre Beurteilung vor dem Débridement durchgeführt werden (Ausschluss einer arteriellen Insuffizienz) (C) • Kein Débridement von stabilem, har- ten, trockenen Schorf an ischämischen Gliedmaßen (C) • Die Wunde täglich soll täglich auf An- zeichen von Erythem, Druckempfind- lichkeit, Ödem, Eiter, Fluktuation, Kre- pitation und / oder schlechtem Geruch beurteilt werden (d.h. Anzeichen einer Infektion) (C) • Wenn die oben genannten Symptome auftreten, ist die Beurteilung durch einen Chirurgen dringend angeraten (C) • Ein Débridement ist beim Auftreten der oben genannten Symptome dring- lich, wenn dies im Einklang steht mit den individuellen Wünschen und all- gemeinen Pflegezielen (C) • Das Débridement muss ggf. mehrmals durchgeführt werden, bis das Wund- bett des Dekubitus von Nekrosen be- freit und mit Granulationsgewebe be- deckt ist (C) Empfehlungen der EPUAP/ NPUAP Leitlinien zum Débridement • Avitales Gewebe im Wundbett oder am Rand von Dekubitalulcera soll débri- diert werden unter Berücksichtigung der individuellen Bedingungen und im Einklang mit übergeordneten Zielen des Patienten und der Angehörigen (C) • Die Auswahl der am besten geeig- neten Debridementmethode soll für die individuelle Situation ausgewählt werden. Kriterien sind Dekubitusart, Menge und Lokalisation des nekro- tischen Gewebes; Pflegesetting und professionelle Verfügbarkeit / Fähig- keit des Fachpersonals (C). Mögliche Methoden sind chirurgische Techni- ken, Autolyse, enzymatisches Débri- dement, mechanisches Débridement und biochirurgisches Débridement (Madentherapie) • Mechanische, autolytische, enzyma- tische und / oder biochirurgische Me- thoden des Débridements werden fa- vorisiert, wenn es keinen dringenden klinischen Bedarf für die chirurgische Entfernung von nekrotischem Gewe- be gibt. (C) • Bei fortschreitendender Cellulitis, Kre- pitation, Fluktuation und / oder Zei- chen der Sepsis im Zusammenhang mit Dekubitus, ist das chirurgische Dé- bridement durchzuführen (C) • Das chirurgische Débridement muss durch speziell geschultes, kompeten- tes, qualifiziertes und lizenziertes me- dizinisches Fachpersonal in Einklang mit den lokalen gesetzlichen und re- gulatorischen Statuten durchgeführt werden (C) • Beim Débridement ist Vorsicht gebo- ten bei fehlender Immunkompetenz des Organismus, Dekubitus an isch- ämischen Extremitäten oder bei Man- gel an bakteriologischen Berichten in systemischer Sepsis. Relative Kont- raindikationen sind gerinnungshem- mende Therapie und Blutungsstörun- gen (C) • Patienten mit komplizierten Dekubi- tus Kategorie 3 oder 4 (mit Untermi- nierungen, Tunnel- oder Fistelgängen und / oder umfangreichen Nekrosen), welche nicht einfach zu débridieren sind, sollten in einer spezialisierten Einrichtung zur chirurgischen Abklä- rung vorgestellt werden. Dabei müssen die individuellen Ziele der betroffenen Person und seines Umfeldes einbezo- gen werden. (C) • Für jedes Débridement braucht es ein optimales Schmerzmanagement (C) • Bei Dekubitus an den unteren Extre- Ursache Beschreibung Empfehlung Hautrötung durch reizende Substanzen Hautrötungen, welche durch das Liegen auf einer mit Desinfektionsmittel durchtränkten Unterlage entstanden sind. Dies ist kein Dekubitus, da Druck oder Scherkräfte als Ursache ausscheiden. Differenzierung: Die Rötung ist durch den Fingerdrucktest wegdrückbar. Abspülen mit Wasser und schützende Pfle- gecreme oder Salbe auftragen. Jegliche Reibung und Klebstoffe vermeiden. Inkontinenz-Läsionen In diesem Beispiel sind Hautrötungen und Läsionen aufgetreten, welche durch länger bestehende Inkontinenz entstanden sind. Beim so genannten Intertrigo kommt es in den Hautfalten zu Mazeration und einem ungünstigen Keim-Millieu, so das die Haut ihre Schutzfunktion verliert. Ziel ist ein optimiertes Inkontinenz Ma- nagement. Hierzu gehören auch Stuhl-ab- leitungssysteme, welche nicht auf die ge- schädigte Haut geklebt werden müssen. Hier haben sich blockbare Rektaldrainagen besonders bewährt. Ein Verzicht auf Win- deln, oder zumindest der häufige Wechsel wird angestrebt. Pflegeprodukte zur Näs- sebarriere sind zum Teil auch für Hautläsio- nen geeignet. Hydrokolloidverbände kön- nen hier nicht empfohlen werden. Tabelle 4 Häufige Verwechslungen/Fehleinschätzungen – kein Dekubitus.

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