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SAfW Wundkompendium

24 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Dekubitus 1 bett kommen. Die Wunde kann sich wei- ter entwickeln und mit Wundschorf be- deckt sein. Es kann zu einem rasanten Verlauf unter Freilegung weiterer Ge- webeschichtenauchunteroptimalerBe- handlung kommen. Die Europäischen und Amerikani- schen Experten waren sich bezüglich der vier Schweregrade der Verletzung einig. Für Europa wird hingegen vorge- schlagensogenannte„Nicht-klassifizier- bare Wunden“ und die „tiefe Gewebs- schädigung“ generell als „IV“ zu klassi- fizieren.DieseEmpfehlungwiderspricht sich allerdings mit der Einschätzung der Empfehlung der ICD-10-GM Version Klassifizierung nach ICD-10- GM (German Version) In der Schweiz ist ab 1.1.2012 die Er- fassung und Kodierung der Diagnosen für alle Spitäler und Kliniken mit ICD- 10-GM 2010 obligatorisch [6]. In dieser internationalen Nomenklatur zur sta- tistischen Klassifikation von Krankhei- ten wird der Dekubitus im Kapitel XII, Krankheiten der Haut und der Unter- haut, unter dem Code L89 geführt und ist dort als „Dekubitalgeschwür und Druckzone“ und „Ulcus bei medizini- scher Anwendung von Gips“ bezeich- net. Mit Hilfe der vierten und fünften Stelle werden die Dekubitus –tiefengra- de (Tab. 2) und die Lokalisation (Tab. 4) unterschieden. Es wird darauf hin- gewiesen dass, wenn die Tiefe nicht si- cher bestimmt werden kann, der nied- rigere Grad / Kategorie zu kodieren ist. | Risikoeinschätzung und Prävention Der Schlüssel zur Dekubitusvermei- dung ist die Identifizierung von Pa- tienten und Zuständen die ein Risiko für die Dekubitusentstehung beinhal- ten. Internationale Leitlinien EPUAP/ NPUAP, DNQP) empfehlen eine syste- matische Risikoeinschätzung auf indi- vidueller Patientenebene durch erfah- rene diplomierte Pflegefachpersonen durchzuführen. Von der alleinigen Ein- schätzung mittels einer Skala raten die Autoren der aktuellen Leitlinien eher ab, da diese nur einen eingeschränk- ten Einbezug der komplexen Einfluss- faktoren, die zur Entstehung eines De- der klinischen Tätigkeit ein weitverbrei- tetes Phänomen ist werden hier die von den USA (NPUAP) definierten zusätz- lichen Kategorien ebenfalls genannt. Uneinstufbar/ nicht klassifizierbar: vollständiger Haut oder Gewe- beverlust – unbekannte Tiefe Ein vollständiger Haut- oder Gewebe- verlust, bei der die tatsächliche Tie- fe der Wunde von Belag (gelb, dun- kelgelb, grau, grün oder braun) und Wundkruste / Schorf (dunkelgelb, braun oder schwarz) im Wundbett verdeckt ist. Ohne ausreichend Belag oder Wundkruste / Schorf zu entfer- nen, um zum Grund des Wundbettes zu gelangen, kann die wirkliche Tiefe der Wunde nicht festgestellt werden, aber es handelt sich entweder um Kate- gorie / Stufe / Grad III oder IV. Stabiler Wundschorf (trocken, festhaftend, in- takt ohne Erythem und Flüssigkeit) an den Fersen dient als „natürlicher bio- logischer Schutz“ und sollte nicht ent- fernt werden. Vermutete tiefe Gewebsschädigung – unbekannte Tiefe Violetter oder rötlichbrauner, umschrie- bener Bereich verfärbter, intakter Haut oder blutgefüllte Blase aufgrund einer Schädigung des darunterliegenden Weichgewebes durch Druck und/oder Scherkräfte. Dem Effekt vorausgehen kann eine Schmerzhaftigkeit des Gewe- bes, das von derber, breiiger oder mat- schiger Konsistenz sein kann und wär- mer oder kälter als das angrenzende Ge- webeist.VermutetetiefeGewebsschädi- gungen sind bei Individuen mit dunkel pigmentierter Haut schwer zu erkennen. BeiderEntstehungkanneszueinerdün- nen Blase über einem schwarzen Wund- Tabelle 3 ICD-10 GM-Codierung des Tiefengrades Tabelle 4 ICD-10 GM-Kodierung der Lokalisationen. Kode Tiefengrad Modifikatoren Hinweis / Begleitender Text L89.0 Dekubitus 1. Grades Druckzone mit nicht wegdrückbarer Rötung bei in- takter Haut L89.1 Dekubitus 2. Grades Dekubitus (Druckgeschwür) mit Abschürfung, Bla- se, Teilverlust der Haut mit Einbeziehung von Epi- dermis und/oder Dermis, Hautverlust ohne nähe- re Angabe L89.2 Dekubitus 3. Grades Dekubitus (Druckgeschwür) mit Verlust aller Haut- schichten mit Schädigung oder Nekrose des sub- kutanen Gewebes, die bis auf die darunterliegende Faszie reichen kann L89.3 Dekubitus 4. Grades Dekubitus (Druckgeschwür) mit Nekrose von Mus- keln, Knochen oder stützenden Strukturen (z. B. Sehnen oder Gelenkkapseln) L89.9 Dekubitus, Grad nicht näher bezeichnet Dekubitus (Druckgeschwür) ohne Angabe eines Grades Kode Lokalisation 0 Kopf 5 Sitzbein 1 Obere Extremitäten 6 Trochanter 2 Dornfortsätze 7 Ferse 3 Beckenkamm ( inkl. Spina Iliaca) 8 Sonstige Lokalisationen der unteren Extremitäten 4 Kreuzbein (inkl. Steissbein) 9 Sonstige Lokalisationen und nicht näher bezeichnete Lokalisationen

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