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SAfW Wundkompendium

16 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Ulcus cruris Doppler-Verschlussdruckmessung der Knöchelarterien Eine kritische Beinischämie sollte mittels Knöchel-Arm-Index, Großze- hendruckmessung oder transkutaner Sauerstoffmessung durch eine geübte Fachperson bestätigt werden (Abb. 2). Ischämische Ruheschmerzen treten bei einem Knöcheldruck unter 50 mmHg oder einem Großzehendruck unter 30 mmHg auf. Bei Bein- oder Fußschmer- zen in Ruhe müssen bei höheren Werten andere Ursachen in Betracht gezogen werden, obwohl eine kritische Ischämie auch hier nicht ausgeschlossen ist [36]. Es ist zu bedenken, dass insbesonde- re bei Diabetikern der ABI falsch hoch sein kann und damit auf die Doppler- verschlussdruckmessung als alleinige Untersuchung häufig nicht genügend Verlass ist [25]. terielle Verschlusskrankheit unterhal- ten (also kompliziert) wird, aber nicht primär durch diese bedingt ist, von einem komplizierten Stadium II ge- sprochen. Abklärung Indikation Patienten mit chronischen Wunden und Risikofaktoren für eine periphe- re arterielle Verschlusskrankheit, mit bekannter Arteriosklerose in anderen Versorgungsgebieten, mit Claudicatio- beschwerden oder insbesondere mit Ruheschmerzen oder pedalen Ulze- ra /Nekrosen müssen bezüglich ihrer arteriellen Perfusion abgeklärt wer- den [36]. Anamnese - Claudicatio intermittens - Ruheschmerzen - Risikofaktoren: Nikotin, Diabetes mel- litus, arterielle Hypertonie, Dyslipi- dämie - Symptome einer koronaren Herz- krankheit - Symptome einer zerebrovaskulären Verschlusskrankeit Klinische Untersuchung - Pulsstatus - Auskultation entlang der Gefäßachse - Trophik der Haut/Hautläsionen - Behaarung - Temperatur - Lokalisation der Nekrose/Ulkus Apparative Untersuchung Funktionelle Messungen Funktionelle nicht-invasive Messungen (z. B. Knöcheldruckmessungen und de- ren Indizes) sind relativ preiswert, kön- nen ohne Risiken durchgeführt werden und liefern prognostische Informatio- nen. Sie erlauben a) die objektive Diagnose einer peri- pheren arteriellen Verschlusskrank- heit [36] b) die Quantifizierung des Schwere- grades c) die Lokalisierung der Läsion auf ein arterielles Segment d) die Beurteilung des Verlaufs über die Zeit [25] Bei anamnestisch und klinisch klaren Hinweisen auf eine arterielle Perfu- sionsstörung empfiehlt sich die direk- te Zuweisung zur fachärztlichen angio- logisch-gefäßchirurgischen Abklärung, damit möglichst schnell die geeignete weitere Diagnostik und Therapie ein- geleitet werden kann. Primär müssen funktionelle Unter- suchungen durchgeführt werden, mit denen die Notwendigkeit und Dring- lichkeit einer Therapie festgelegt wer- den kann. Die erweiterte Diagnostik (farbkodierte Duplexsonografie, MR- Angiografie, Angio-CT oder Angiogra- fie [25] zur Planung der Therapie er- folgt dann gezielt nach Dringlichkeit, Verfügbarkeit der Bildgebung und den Komorbiditäten des Patienten. Fontaine Rutherford Stadium Klinik Grad Kategorie Klinik I asymptomatisch 0 0 asymptomatisch IIa Claudicatio >200m Gehstrecke I 1 milde Claudicatio IIb Claudicatio <200m Gehstrecke I 2 moderate Claudicatio I 3 schwere Claudicatio III ischämische Ruhe- schmerzen II 4 ischämische Ruhe- schmerzen IV Nekrosen III 5 geringer Gewebeverlust III 6 großer Gewebeverlust Tabelle 3 Die Einteilung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in Stadien nach Fontai- ne und nach Rutherford [44]. Abbildung 2 Dopplerverschlussdruckmessung der A. tibialis posterior links.

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