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SAfW Wundkompendium

Wund Management Sonderheft 3/2012 · 13 Ulcus cruris änderungen in den Extremitäten mes- sen. Die Licht-Reflexions-Rheografie/ Photoplethysmografie ist eine der ver- breitetesten Techniken. Daneben gibt es die Dehnungsmessstreifen-Plethys- mografie (strain-gauge plethysmogra- phy), die Volumen-Plethysmografie, die Fußvolumetrie und die Impedanz-Plet- hysmografie. Die Plethysmografie bie- tet die Möglichkeit zur orientierenden/ qualitativen Funktionsbeurteilung des Venensystems [47, 43]. • Qualitative Beurteilung der Muskel- pumpenfunktion • Qualitative Beurteilung der Klappen- funktion • Funktionskontrolle vor und nach in- vasiver Therapie • Mittels Tourniquet Differenzierung des oberflächlichen und tiefen Venen- systems Die Methode wird nur noch zur Ab- klärung der fortgeschrittener chroni- schen venösen Insuffizienz (CEAP- Klassen C3–C6) empfohlen, falls eine Duplexsonografie die definitive Infor- mation über die Pathophysiologie nicht liefern kann [20]. Die venöse Verschlussplethysmo- grafie zur Diagnose einer tiefen Venen- thrombose ist überholt [24]! Phlebografie Die aszendierende Phlebografie war vor der Verbreitung der Duplexsono- grafie der Goldstandard zur Abklärung einer venösen Obstruktion, deren Lo- kalisation und Ausdehnung. Sie kann jedoch keine funktionelle Beurteilung des Schweregrades oder der Kollatera- lisierung bieten [35]. Da sie immer seltener durchgeführt wird, schwindet die Fachkompetenz, um eine Phlebografie durchzuführen. Die deszendierende Phlebografie wur- de zur Refluxdiagnostik verwendet und ist heute fast vollständig durch die Du- plexsonografie abgelöst worden. Eine der wenigen Indikationen sind inkonk- lusive Duplexresultate bei Neo-Cros- sen [35]. Weitere bildgebende Verfahren Computertomografie, Magnetreso- nanztomografie und die oben erwähn- te Phlebografie werden in selektiven Fällen bei einer fortgeschrittenen chro- nischen venösen Insuffizienz zur Su- ten Perforansvenen voraus. Ungefähr ein Drittel der Patienten wird nach der klinischen Untersuchung und unter Zu- hilfenahme des cw-Dopplers nicht kor- rekt beurteilt [16], so dass diese Me- thode nicht mehr empfohlen werden kann [20]. Farbkodierte Duplexsonografie Die farbkodierte Duplexsonografie ist der Goldstandard in der Abklärung ve- nöser Erkrankungen. Die Untersuchung lässt schlüssige Aussagen sowohl in morphologischer als auch in funktio- neller Hinsicht zu. In einem 2006 pub- lizierten Konsensusdokument werden die Qualitätsstandards für die Duplex- sonografie des Beinvenensystems fest- gelegt [15, 16]. Da früher bei vielen Patienten eine Thrombose nicht objektiv bestätigt wur- de, ist bei Verdacht auf ein postthrom- botisches Syndrom eine duplexsonogra- fische Abklärung des tiefen Venensys- tems zwingend. Die Operationsplanung einerVarikosiswirdauchbeierfahrenen Klinikern durch eine Duplexsonografie häufig verändert, deshalb setzt sich die Einsicht immer mehr durch, dass jeder Patient vor einer Varizenoperation mit- tels Duplexsonografie abgeklärt werden sollte [29]. Aufgrund der hoher Quali- tät der wissenschaftlichen Evidenz (1A) empfehlen aktuelle internationale Gui- delines, dass bei einer chronischen ve- nösen Insuffizienz die tiefen und ober- flächlichen Venen duplexsonografisch untersucht werden müssen. Denn die Duplexsonografie ist sicher, nicht-inva- siv, kosteneffektiv und verlässlich [20]. Die farbkodierte Duplexsonogra- phie soll immer an beiden Beinen durchgeführt werden, auch wenn kli- nische Zeichen einer venösen Insuffi- zienz nur einseitig vorliegen [16]. Plethysmografie Mit plethysmografischen Methoden las- sen sich direkt oder indirekt Volumen- • Ödem - Dellbarkeit prätibial und perimalleolär - Fußrückenödem - Umfangsdifferenz auf Knöchel- oder Unterschenkelhöhe (b-Maß, c-Maß) • Hautveränderungen: - Pigmentverschiebung (dermite jaune d’ocre, atrophie blanche) - Lipodermatosklerose - Ekzem/Dermatitis • Ulkusnarben • Ulkuslokalisation [34] • Kompromittierende Faktoren - Arterielle Minderperfusion (nicht pal- pable Fußpulse) - Lymphödem (Stemmerzeichen) - Eingeschränkte Beweglichkeit im Sprungelenk Apparative Untersuchung Neben der Wundbehandlung an sich bedarf es einer genauen Klärung der Ursache der chronischen venösen In- suffizienz. Eine kausale Behandlung ist insbesondere am oberflächlichen Venensystem möglich und soll zur Re- zidivprophylaxe angestrebt werden [9]. Die konservative Behandlung der chro- nischen venösen Insuffizienz, die im- mer aus einer Kompressionstherapie besteht, erfordert vom Patienten eine dauerhafte gute Compliance, die eben- falls eine solide Abklärung der Ätiolo- gie rechtfertigt. Der Einsatz von medi- zinisch technischen Geräten mit ent- sprechenden Kostenfolgen soll nur von entsprechend ausgebildeten Fachkräf- ten durchgeführt werden. cw-Doppler Die Untersuchung gibt grob Aufschluss über Reflux in den Stammvenen und im tiefen Venensystem. Die Resultate sind allerdings stark abhängig von der Er- fahrung des Untersuchers. Die Doppler- untersuchung der Beinvenen setzt gute Kenntnisse des anatomischen Verlaufes der Stammvenen, des tiefen Venensys- tems sowie der häufigsten insuffizien- Einteilung Beschreibung Grad I Ödem, Corona phlebectatica paraplantaris Grad II Trophische Störungen (Atrophie blanche, Stauungsdermatitis, Pigmentverschiebungen (dermite oder purpura jaune d’ocre)) Grad III Florides oder abgeheiltes Ulkus Tabelle 2 Die Einteilung der chronisch-venösen Insuffizienz nach Widmer [48].

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