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SAfW Wundkompendium - 11 Epidemiologie, Abklärung und Therapie der häufigsten Ursachen chronischer Bein- und Fussulzera

Wund Management Sonderheft 3/2012 · 11 Ulcus cruris Epidemiologie, Abklärung und Therapie der häufigsten Ursachen chronischer Bein- und Fußulzera S. Gretener, J. Traber ZUSAMMENFASSUNG Die Basler Studie hat in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts epide- miologische Daten über arterielle und venöse Ulzera erhoben, die auch heute noch ihren Stellenwert in der Einschät- zung der Prävalenz dieser Erkrankung haben. Bezüglich Epidemiologie diabe- tischer Ulzera bestehen keine Schweiz- basierten Studien. Die häufigsten Ae- tiologien sowie Abklärungsschritte und Therapiemodalitäten von Bein- und Fußulzera werden erläutert und - soweit vorhanden - evidenz- oder konsensus- basiert kommentiert. Wo diese fehlen widerspiegeln die Empfehlungen die Meinung des Expertengremiums der schweizerischen Gesellschaft für Wund- behandlung (SAfW) Sektion Deutsche Schweiz. SCHLÜSSELWÖRTER Ulcus cruris, chronische venöse Insuffi- zienz, periphere arterielle Verschluss- krankheit, diabetischer Fuß, Malum perforans SUMMARY The Basler Study’s epidemiological data on arterial and venous leg ulcers of the sixties of the last century still has its sig- nificance in the assessment of the preva- lence of those diseases. Epidemiological studies on diabetic leg ulcers in Swit- zerland are missing. The most common aetiologies of leg and foot ulcers as well as diagnostic measures and therapies are discussed on the basis of evidence- based data or consensus documents. If they were missing, the recommendations reflect the opinion of the experts of the Swiss association for wound care (SAfW) swiss german section. KEYWORDS Leg ulcer, venous insufficiency, arterial occlusive disease, diabetic foot, foot ulcer | Einleitung Dieser Artikel ist Teil der Richtlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung, Sektion Deutsche Schweiz. Er nimmt deshalb speziell Be- zug auf schweizerische Verhältnisse. Der Inhalt wurde nach evidenzbasier- ten Kriterien zusammengestellt bzw. bezieht sich auf internationale Konsen- susdokumente. Waren solche nicht oder ungenügend vorhanden, reflektiert er die Erfahrung und Meinung der Exper- tinnen und Experten der Schweizeri- schen Gesellschaft für Wundbehand- lung SAfW, Sektion Deutsche Schweiz. Der Inhalt beschränkt sich bewusst auf die drei häufigsten Ursachen chroni- scher Bein- und Fußulzera. | Epidemiologie der häufigsten chronischen Wunden in der Schweiz Eine der wenigen epidemiologischen Untersuchungen über die Prävalenz von venösen und arteriellen Erkrankungen der unteren Extremitäten stammt aus der Schweiz (Basler Studie) [48]. Sie untersuchte ein großes Kollektiv an be- rufstätigen Personen. 9 % hatten eine medizinisch bedeutsame Varikosis und 3 % eine chronische venöse Insuffi- zienz. Die Prävalenz der peripheren ar- teriellen Verschlusskrankheit bei die- sem Kollektiv betrug 2,1 %, die 5-Jah- res Inzidenz 1 %. Inzidenz und Präva- lenz beider Erkrankungen sind mit dem Alter angestiegen [45]. Weitere Daten zur Epidemiologie in der Schweiz z. B. über diabetische Ulzera liegen nicht vor. Zwei große Studien aus Schweden und Australien konnten anfangs der 90- er Jahre eine Prävalenz für Bein- und Fußulzera in der allgemeinen Bevölke- rung von 0,11 % bzw. 0,3 % finden [8, 34]. Die Prävalenz venöser Ulzera be- trug 0,06 % [7] bzw 0,16 % [34]. Dabei zeigten sich bei den Untersuchungen, welche beide an Populationen von über 230.000 Einwohnern durchgeführt wurden, zwei Beziehungen zu venösen Ulzera: Alter und Adipositas. So stieg im Alter von > 60 Jahren die Prävalenz der venösen Ulzera auf über 0,33 % an [7]. In der schwedischen Studie hat- ten die Patienten mit venösen Ulzera einen signifikant höheren Body Maß Index [34]. Kombinierte arterio-venöse Ulzera sind relativ häufig, eine arterielle Mit- beteiligung bei venösen Ulzera kommt in bis zu 22 % der Patienten vor [7]. Die Lokalisation der Ulzera steht in Abhängigkeit zur Aetiologie: venöse Ulzera finden sich vor allem am Unter- schenkel, Ulzerationen/Nekrosen auf- grund einer peripheren arteriellen Ver- schlusskrankheit oder eines Diabetes mellitus vorwiegend am Fuß [8]: • Unterschenkel (84 %): venös 52 %, gemischt arterio-venös 15 %, arteriell 13 %, rheumatoide Arthritis 11 %, diabetisch 12 %. • Fuß (16 %): arteriell 74 %, diabetisch 49 %. Bei einem Drittel der Patienten wurde mehr als eine Ursache gefunden. Die Prävalenz von arteriellen Ulze- ra/Nekrosen bei Patienten mit einer pe- ripheren arteriellen Verschlusskrank- heit wird auf 1–2 % geschätzt. Patien- ten mit arteriellen Ulzera /Nekrosen Dr. med. Silvia B. Gretener Angiologie Oberaargau St. Urbanstra. 67, CH-4901 Langenthal E-Mail: s.gretener@sro.ch

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