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SAfW Wundkompendium

10 · Wund Management Sonderheft 3/2012 Definition von Wunden 7. Gallenkemper G, Bulling BJ, Kahle B, Klüken N, Lehnert W, Rabe E, Schwahn-Schreiber C: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum. Phlebol 1996; 25: 254-258. 8. Gillitzer R: Modern wound management. Hautarzt 2002; 53: 130–145. 9. Grace P: Leg ulcer guidelines: a pocket guide for practice. Smith& Nephew Ltd Dublin 2006. 10. Harding KG, Morris HL, Patel GK: Science, medicine and the future: healing chronic wounds. BMJ 2006; 324: 160–163. 11. Kirsner RS: Wound healing. In: Dermato- logy. Bolognia J, Jorizzo J , Rapini R (eds), Mosby 2003, pp 2207–2218. 12. Lazarus GS, Cooper DM, Knighton DR, Margolis DJ, Pecorara RE, Rodeheaver G, Robson MC: Definitions and guidelines for assessment of wounds and evalua- tion of healing. Arch Dermatol 1994; 130: 489–493. 13. Li J, Chen J, Kirsner R: Pathophysiology of acute wound healing. Clin Dermatol 2007; 25: 9–18. 14. Mekkes JR, Loots MAM, Van der Wal AC, Bos JD: Causes, investigation and treatment of leg ulceration. Br J Dermatol 2003; 148: 388–401. 15. Menke NB, Ward KR, Witten TM, Bonchev DG, Diegelmann RF: Impaired wound healing. Clin Dermatol 2007; 25: 19–25. 16. Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Wal- ter de Gruyter 261. Auflage 2007; Berlin, New York. 17. Roche: Lexikon Medizin. Urban&Fischer 5. Auflage 2003, München, Jena. 18. Singer AJ, Clark RA: Cutaneous wound healing. N Engl J Med 1999; 341: 738–746. 19. Téot L: Pathophysiology of wound healing. Handout, European Wound Institute 2006; Norderstedt. 20. Troxler M, Vowden K, Vowden P: Integ- rating adjuncitve therapy into practice: the importance of recognising „hard-to heal“ wounds. World Wide Wounds 2006. www. worldwidewounds.com 21. Vaneau M, Chaby G, Guillot B, Martel P, Senet P, Téot L, Chosidow O: Con- sensus panel recommendations for chronic and acute wound dressings. Arch Dermatol 2007 143: 1291–1294. 22. Wolff H: Einführung: Hautveränderungen. In: Dermatologie und Venerologie. 5. Auf- lage. Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC , Landthaler M (eds), Sprin- ger, Heidelberg 2005, pp 13. Es gibt schlussendlich auch Autoren, die eine chronischen Wunde als Wun- de definieren, die nicht auf die bisheri- ge Therapie angesprochen hat, – sei es auf die „konventionelle Therapie“[4] oder die „kausale und sachgerechte lokale Therapie“ [3]. Das Ansprechen auf eine Therapie als definierendes Kriterium für eine chronische Wunde erscheint aber weniger sinnvoll, da es viele Wunden gibt, die vom Verlauf her als chronisch zu betrachten sind, die auf eine adäquate Therapie aber durch- aus ansprechen und abheilen. Chroni- sche Wunden, die auf keine adäquate Therapie ansprechen, sollten deshalb besser als „therapieresistente chro- nische Wunden“ bezeichnet werden. Diese spezielle Population chronischer Wunden stellt denn auch eine beson- dere Herausforderung für die Wund- behandlung dar, weil eine Abheilung ausbleibt, obgleich therapeutisch alles „richtig“ gemacht wird. | Schlussfolgerung: Aufgrund der obigen Ausführungen möchten wir zusammenfassend eine chronische Wunde als eine Wunde de- finieren, die die Wundstadien nicht re- gelrecht durchläuft und deshalb nicht innerhalb der erwarteten Zeit abheilt, weil bestimmte Faktoren die Abheilung verzögern. Je nach Ursache der Wun- de ist die Abheilung deshalb nach 4–6 Wochen noch nicht erfolgt. | Literatur 1. Dissemond J: When is a wound chronic? Hautarzt 2005; 57: 55. 2. Dissemond J, Körber A, Grabbe S: Diffe- rential diagnosis of leg ulcers. JDDG 2006; 4: 627–634. 3. Dissemond J, Witthoff M, Brauns TC, Goos M: pH-Wert des Milieus chronischer Wunden. Hautarzt 2004; 54: 959–965. 4. Eaglstein WH, Falanga V (1997) Chronic wounds. Surg Clin North Am 77: 689-700. 5. Ferreira MC, Junior PT, Carvalho VF, Kamamoto F: Complex wounds. Clinics 2006; 61: 571–578. 6. Fonder MA, Lazarus GS, Cowan DA, Aronson-Cook B, Kohli AR, Mamelak AJ: Treating the chronic wound: A practical approach to the care of nonhealing wounds and wound care dressings. J Am Acad Der- matol 2008; 58: 185–206. Vaneau et al berücksichtigen die oben aufgeführten Überlegungen in ihrer Definition einer chronischen Wunde: Eine chronische Wunde ist eine Wunde, die eine längere Zeit zur Abheilung be- nötigt, weil ein oder mehrere Faktoren die Abheilung verzögern [21]. In der medizinischen Literatur exis- tieren im übrigen für solche Wunden – statt dem Begriff chronische Wun- de – Begriffe wie „komplizierte Wun- de“ [1], „schwierige Wunde“ (difficult wound) oder „komplexe Wunde“ (com- plex wound) [5]. Der Begriff der „Hard-to-heal“ Wunde ist auch im Deutschsprachi- gen Raum populär geworden zur Be- schreibung von in der Regel primär ve- nös bedingten Wunden, die auf eine Standardbehandlung nicht ansprechen. „Hard-to-heal“ Wunden sollen sich vor allem von ihrer Größe und der Dauer des Vorbestehens her identifizieren las- sen (20), dabei kann die „Rule of six“ angewendet werden: Ulkus größer als 6 cm2 , Vorbestehen länger als 6 Mona- te, Ansprechen auf Kompressionsthera- pie innerhalb von 6 Monaten unwahr- scheinlich [9]. Auch wenn die Ursache „komple- xer“ Wunden ganz unterschiedlich sein kann, dürften doch in den meisten Fäl- len dieselben pathophysiologisch Me- chanismen für die Chronizität von Be- deutung sein. Die gestörte Wundhei- lung wird heutzutage vor allem als Fol- ge einer pathologischen Entzündung betrachtet, bei welcher der Übergang von der Inflammations- zur Prolife- rationsphase verunmöglicht und da- durch der weiteren Ablauf der Wund- heilung behindert ist [15]. Von Bedeu- tung sind in der Folge veränderte Kon- zentrationen von Wachstumsfaktoren in der Wunde, ein Ungleichgewicht von Matrix Metalloproteinasen und TIMPs sowie eine Alterung von Zellen in der Wunde, v. a. von Fibroblasten [10]. Entsprechend diesen Überlegungen haben Lazarus et al. haben bereits 1994 die chronische Wunde als eine Wunde definiert, „die nicht in einem geordne- ten und regulären zeitlichen Ablauf eine anatomische und funktionelle Integrität zu erlangen vermag“ [12]. Diese Defini- tion der chronischen Wunde wird auch von der amerikanischen Wound Hea- ling Society verwendet [11].

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